Das sagt Wolfgang Fellner


Erfundene Interviews, Beleidigungen, reißerische Texte. In einem offenen Brief kritisiert das Fußballnationalteam die Berichterstattung der Tageszeitung Österreich. Wolfgang Fellner kontert im „Exklusiv-Interview“ mit dem Satyr.  

Wolfgang Fellner blickt von seinem Büro in der Friedrichsstraße auf die vorbei fahrenden Autos am Karlsplatz. Ich frage: „Wie geht’s?“ Unser Zeitungsherausgeber: „Beschissen. Der Brief von den Fußballern tut weh und wird uns noch lange wehtun.“ Bei diesen Worten wendet er sich vom Fenster ab. Sein graues Haar liegt matt auf der verschwitzten Stirn. Unter den Augen hat er dunkle Ringe.

Es ist nicht der erste Schlag im Leben des Wolfgang Fellner, Herausgeber der Tageszeitung Österreich. „Zuerst sagt der Brandstätter im Kurier, dass die Werbewirtschaft uns boykottieren soll. Die Post vom Gericht mach ich schon gar nicht mehr auf, weil das eh nur Klagen sind. Und jetzt der Scheiß mit den Fußballern!“

Fellner war nie ein Fan von Teamchef Marcel Koller. Ein Österreicher als Nationaltrainer wäre ihm lieber gewesen. „Der Koller ist Schweizer – und wie wir wissen denken alle Schweizer nur ans Geld! Nicht so wie ich. Ich habe einen großen Teil meines Vermögens in Stiftungen.“

Ein Bild aus besseren Zeiten - Wolfgang Fellner feiert mit den Nationalkickern.

Ein Bild aus besseren Zeiten - Wolfgang Fellner feiert mit den Nationalkickern.

Entschuldigen will sich Fellner auf keinen Fall. Seine Redaktion nimmt er in Schutz. „Wir sind besser als jede Tageszeitung in Österreich. Wissen Sie warum? Weil wir die Wahrheit noch ein Stück wahrer machen!“ Manche Leute würden diese Wahrheit eben nicht ertragen.

Am Schluss entscheide immer der Leser, was in der Zeitung stehe. „Und wenn der Leser ein Bild vom heulenden Alaba will, dann gebe ich ihm ein Bild vom heulenden Alaba!“ Das gelte gleichermaßen für Opfer von Mord, Missbrauch, Entführung, Unfällen, Naturkatastrophen etc. „Wenn die Leute nicht wollen, dass ihr Foto in meiner Zeitung ist, dann sollen sie mir einen Beschwerdebrief schicken. Mit dem Papier heize ich im Winter meinen Kachelofen!“

Wie geht es mit Österreich weiter? „Unsere Konkurrenten und diese Ethik-Fuzzis beim ÖFB werden das noch bereuen. Wir berichten weiter die Wahrheit, Österreichs Wahrheit!“

Kommentar erstellen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


3 + zwei =